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Kultur, Teilhabe und Dialog

Kultur bedeutet Lebensqualität!

  • Kultur muss für jeden zugänglich sein: Ob jung oder alt, arm oder reich, männlich oder weiblich, In- oder Ausländer, die Kunst sollte allen Menschen in unserer Stadt zugänglich gemacht werden. Denn Kultur stiftet Identität, schafft Bildung und bedeutet soziale Teilhabe in unserer Gesellschaft. Kultur ist somit ein wichtiger Integrationsfaktor. Daher ist es als kommunalpolitische Aufgabe wichtig, das vielfältige Kulturangebot in unserer Stadt zu schützen und zu fördern. Die finanziell schwierige Haushaltslage in Bonn darf auf diesem Gebiet nicht zu Abstrichen führen. Dem Kulturamt der Stadt Bonn fallen hierbei wichtige Aufgaben zu. Zum einen muss es bestehende Kulturangebote erhalten, zum anderen private Gelder für neue Kulturprojekte akquirieren. Grundlage solcher Public Private Partnerships könnte ein professionelles Fundraising bilden, wie das im angelsächsischen Kunst- und Kulturbetrieb bereits die Regel ist.
  • Beethoven ist ein Markenzeichen unserer Stadt: Das Beethovenhaus und das internationale Beethovenfest ziehen viele Besucher aus aller Welt an. Dieses Potenzial muss genutzt werden, Bonn als Kulturstadt national und international besser vermarkten zu können.
  • Kultur braucht Pflege und Unterstützung: Sowohl die Museumslandschaft als auch die freien Träger der bildenden Kunst müssen gepflegt und gefördert werden. Das Kulturamt sollte zudem freien Künstlern helfen, Mittel zur Finanzierung ihrer Projekte beschaffen zu können. Auch eine enge Zusammenarbeit zwischen Kulturanbietern und Schulen soll intensiviert werden, um u.a. die Kulturarbeit durch pädagogische Konzepte für Kinder und Jugendliche zu fördern. Ebenso müssen Nachwuchskünstler sowie freie Träger von der Kommune finanziell stärker unterstützt werden.
  • Interkulturelle Kulturangebote fördern: Das interkulturelle Potenzial von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund sollte gezielt gefördert werden. Es ist wichtig, ihren Begabungen Raum zu geben und Ihnen damit zu bekunden, dass sie ein Teil unserer Gesellschaft sind. Ebenso sollten Kulturträger vermehrt Angebote für diese Zielgruppe machen.

Migranten sind unsere Nachbarn!

Teilhabe ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und ein mittel- bis langfristiger interaktiver Prozess. Daran müssen sich sowohl Zuwanderer als auch die Aufnahmegesellschaft, sowie die Verwaltung und sonstige Institutionen beteiligen. Gleichbehandlung und Gleichberechtigung, sowie Chancengleichheit sind Voraussetzungen für eine gerechte Teilhabe.
Ein besonderer Schwerpunkt unserer politischen Arbeit wird es sein, die Teilhabe in Bonn mitzugestalten. Wir setzen uns für die Bewahrung des sozialen Friedens in unserer Gesellschaft durch Abbau von Vorurteilen ein. Die Förderung des Dialogs ist für uns eine Herzensangelegenheit.
Wir begrüßen die neu eingerichtete Stabsstelle für Integration und unterstützen den intensiven und kompetenten Einsatz der neuen Integrationsbeauftragten. Darüber hinaus fordern wir die zügige Umsetzung des Integrationskonzeptes der Stadt Bonn, sowie die finanzielle Unterstützung für Erfolg versprechende Integrationsprojekte.
Jedwede Art von Diskriminierung, Ungerechtigkeit, Extremismus, Fanatismus, Terrorismus, sowie Rassismus und Antisemitismus lehnen wir entschieden ab.

Integration bedeutet für uns weder Assimilierung noch Separierung! Sie bedeutet für uns Partizipation:

  • Sprachliche Teilhabe: Eine gute Sprachkompetenz ist der Schlüssel für eine qualifizierte und erfolgreiche Schul- und Berufslaufbahn. Daher ist es sehr wichtig, die deutsche Sprache bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund frühzeitig intensiv zu fördern. Diese Förderung sollte schon in Kindergärten beginnen. Dabei sollte die Förderung der Herkunftssprache nicht vernachlässigt werden, denn der sichere Umgang mit der Herkunftssprache erleichtert den Erwerb der deutschen Sprache wie auch weiterer Fremdsprachen. Die Mehrsprachigkeit bei Migranten sehen wir in Zeiten der Europäisierung und Globalisierung als eine wichtige Chance. Die Unterstützung zweisprachiger Förderansätze ist auch deswegen sinnvoll, weil sie die Familiensprache und damit die mehrsprachige Entwicklung von Kindern stärkt und die Eltern in die gemeinsame Erziehungsverantwortung einbezieht. Das Rucksack-Programm zur Sprachenförderung und Elternbildung, das zurzeit in sechs städtischen Kindertageseinrichtungen in Bonn durchgeführt wird, ist hierfür ein gutes Beispiel. Wir unterstützen die Ausweitung dieses Programms.
  • Teilhabe durch Bildung: Projekte zur Förderung der vorschulischen, schulischen und außerschulischen Bildung von Migranten müssen konsequent umgesetzt werden.
  • Berufliche Teilhabe: Auch hier gilt es Chancengleichheit und Gleichbehandlung zu gewährleisten. Adäquate Ausbildungs- und Berufsberatung für Jugendliche und Erwachsene mit Zuwanderungsgeschichte sind von Fachkräften mit interkultureller Kompetenz zu bewältigen. Die Kommune ist aufgefordert, zielgerichtete Maßnahmen für Aus- und Weiterbildung für diese Zielgruppen zu initiieren, um ihnen positive Zukunftsperspektiven zu ermöglichen. Die Wirtschaftsförderung und die IHK sind aufgefordert, Existenzgründer gezielt zu beraten und zu betreuen. Darüber hinaus darf kein Bürger in Bonn wegen seines Geschlechts, seiner Herkunft, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt werden.
  • Soziale Teilhabe: Die Partizipation an gesellschaftlichen Aktivitäten und Aufgaben ist eine wichtige Bedingung um sich heimisch fühlen zu können.
  • Mentale Teilhabe: Kulturelle Unterschiede sind eine Bereicherung für unsere Gesellschaft. Nachbarschaftlichkeit und das „WIR-Gefühl" statt „Wir und Ihr" sowie der Dialog auf Augenhöhe muss auf allen Ebenen unserer Gesellschaft gestärkt werden. „Vielfalt statt Einfalt und trotzdem eine Einheit" ist unser Motto!
  • Sicherheit ist wichtig - Frieden auch! Ordnung muss sein - Fairness auch!: Die Bewahrung des sozialen Friedens und die Beachtung der Gesetze sind Voraussetzungen für ein harmonisches Miteinander.
  • Mit Migranten reden statt über Migranten: Das Integrationskonzept der Stadt Bonn sollte mit den entsprechenden Vertretern der Migrantenorganisationen innerhalb von Arbeitsgruppen besprochen werden.
  • Interkulturelle Öffnung der Verwaltung: Die Stadtverwaltung ist gut damit beraten, Menschen mit Migrationshintergrund einzustellen und ihren Mitarbeitern Fortbildungsprogramme für den Erwerb interkultureller Kompetenzen anzubieten.
  • Lieber Hinsehen als Wegsehen: Diskriminierungen, ganz gleich welcher Art, dürfen in unserer Stadt nicht hingenommen werden. Die Einrichtung von Antidiskriminierungsbüros als Anlaufstellen für Betroffene ist dringend notwendig.
  • Flüchtlingen in Bonn würdige Lebensbedingungen bieten: Gesundheitsschutz, Kinderbetreuungsplätze sowie der Zugang zu Bildung und zum Arbeitsmarkt müssen für eine internationale Stadt wie Bonn selbstverständlich sein.
  • Gründung eines „Rheinischen Bildungswerk für Partizipation": Wir plädieren für die Gründung eines Bildungswerks innerhalb bestehender Bildungseinrichtungen, um die Förderkonzepte für Bonner Bürger mit einer Zuwanderungsgeschichte bündeln und effizienter umzusetzen zu können. Als Standorte kämen in erster Linie die Stadtteile Tannenbusch, Godesberg und Bonn-City in Frage.
    Folgende Bildungsschwerpunkte könnten dort angeboten werden:
    o Qualifizierung im Bereich der deutschen Sprache und Förderunterricht für Schüler: Kurse zur Förderung der deutschen Sprachkenntnisse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene; Kurse zur Förderung der muttersprachlichen Kenntnisse; Nachhilfeunterricht in den Schulfächern Deutsch, Mathematik und Englisch sowie Computerkurse für Schüler
    o Frauen mit Migrationshintergrund fördern: Es sollten niederschwellige Deutschkurse mit einer Kinderbetreuung und die Begegnung mit "anderen" Frauen eingerichtet werden.
    o Qualifizierung im Bereich soziale & berufliche Teilhabe: Aktionen und Aktivitäten mit Kooperationspartnern zur Schaffung von Ausbildungsplätzen durch Workshops und Informationsveranstaltungen mit Multiplikatoren, Eltern und Jugendlichen über Ausbildung und Berufsfelder; spezielle Kurse für Jugendliche wie z.B. Erfolgs- und Rhetorikseminare sowie Bewerbungstrainings
    o Qualifizierung von Multiplikatoren: Der Ausbau der interkulturellen Arbeit der Kindertagesstätten und entsprechende Qualifizierung der Erzieherinnen sowie eine Qualifizierung von Familienhelferinnen, Hebammen, Gesundheitsberaterinnen für den interkulturellen Einsatz
    o Qualifizierung im Bereich Mediation an Schulen: Jugendbeauftragte mit Migrationshintergrund als Schnittstelle zwischen Jugendlichen, Eltern und Schulen
    o Qualifizierung der Migranten im Bereich der gesellschaftspolitischen Bildung: Die Durchführung von Bildungsveranstaltungen für Migranten in den Bereichen Erziehung, Gesundheit, Recht, politische und gesellschaftliche Bildung. Weiterbildung in den Bereichen: Deutschkurse und Seminare über die deutsche Kultur, die Gesellschaft und die Politik
    o Qualifizierung von Vereinsfunktionären mit Migrationshintergrund in den Bereichen Mediation, Motivation, Moderation, Vereinsführung etc.
    o Beratung öffentlicher und privater Stellen in Bereichen, die Migranten betreffen: Fortbildungsseminare für Multiplikatoren wie Erzieher, Lehrer, Angestellte im ö. D., Ärzte und Pflegepersonal etc. im Bereich: Tradition und Verhaltensweisen, Konfliktmanagement sowie Begegnung und Umgang mit Kindern, Jugendlichen, Eltern, Frauen und Senioren mit einer Zuwanderungsgeschichte

Dialog stärkt den Frieden!

  • Bonner sind weltoffen, fair und freundlich: Dies soll auch so bleiben. Umso mehr ist es von Bedeutung, den Dialog zwischen den Kulturen zu fördern. Ohne einen aufrichtigen Dialog ist der soziale Frieden zerbrechlich. Die beste Sicherheitsvorkehrung bringt nichts, wenn der Staat nicht in allen Bereichen des Lebens Gerechtigkeit gewährleistet, sie nicht entschieden schützt und stärkt. „Gleiche Rechte für Alle und Dialog auf Augenhöhe" sollte das Motto einer gerechtigkeits- und friedensorientierten Verwaltung sein. Fairness und freundlicher Umgang unter den Bonner Bürgern, muss sowohl von privaten als auch von kommunalen Organisationen unterstützt und mit entsprechenden Projekten gefördert werden.
  • Zum Dialog gehört auch der Dialog der Religionen: In Bonn sind eine Vielzahl von Religions- und Glaubensgemeinschaften zu Hause. Laut Angaben der Stadt Bonn gehören knapp 40 Prozent aller Bonnerinnen und Bonner der römisch-katholischen Konfession an. 22,4 Prozent sind evangelisch. In Bonn leben zudem rund 29 500 Muslime mit unterschiedlicher Herkunft. Dies entspricht 9,3 Prozent der Gesamtbevölkerung Bonns. Knapp 1 000 Juden und fast 3 000 Orthodoxe leben in der Bundesstadt. 85 000 Bonnerinnen und Bonner sind entweder konfessionslos oder sie gehören anderen Religionen an. Um ein besseres, gegenseitiges Verständnis unter den Bonner Bürgern zu fördern, ist der interreligiöse Dialog unverzichtbar. Dieser Dialog sollte das Vorhandensein gemeinsamer, universaler Werte und Rechte voraussetzen, die wechselseitig anerkannt werden. Dialog bedeutet zu informieren, aufzuklären, zu sensibilisieren und sich kritisch mit dem „Fremden", aber auch dem „Eigenen" auseinander zu setzen. Dabei muss das Ziel sein, Vorurteile zu überwinden, Ausgrenzung zu verhindern und Teilhabe zu unterstützen.
    Bezüglich des Dialogs der Religionen tut sich in Bonn einiges: Am 26. August 2007 gab es im Rahmen eines bundesweiten Projekts auf dem Bonner Marktplatz einen Tag der interreligiösen Begegnung. An diesem Projekt "Weißt Du, wer ich bin?" waren die ACK Bonn, die ev. Kirchenkreise Bonn und Bad Godesberg-Voreifel, der Katholikenrat, die Synagogengemeinde Bonn, sowie der Rat der Muslime und das Katholische Bildungswerk in Bonn beteiligt. Ziel des Projektes war die Förderung des friedlichen Zusammenlebens in Deutschland. So sollte das Projekt auch hier in Bonn dazu anregen, Neugier füreinander zu entwickeln, Vorbehalte zu überwinden und die Gemeinschaft zu stärken. Ebenso vorbildhaft sind interreligiöse Dialoginitiativen wie der Arbeitskreis Muslime und Christen im Bonner Norden (MuChri) und der Dialogkreis in Bad Godesberg. Diese und weitere bürgerliche Engagements müssen von der Kommune unterstützt und öffentlich bekannt gemacht werden.
  • Bitte keine falsche Toleranz: „Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein: sie muss zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen" so Goethe.
    Diesem Grundsatz schließen wir uns vollkommen an. Denn nichts ist kränkender als geduldet zu werden. Bonn ist Heimat für alle Menschen, die in Bonn leben. Unser Grundgesetz verlangt, dass niemand wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Sprache, seiner Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden darf. Die Andersartigkeit von Mitbürgern kann als kulturelle Bereicherung aufgefasst werden und sollte nicht zur Ausgrenzung führen.