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BIG Pressemitteilung vom 06.03.2013

Netzwerk für UnternehmerInnen mit Migrationshintergrund abgelehnt

Neben den bestehenden Bonner Netzwerken für Frauen und UnternehmerInnen ab 40 Jahre ist aus Sicht der BIG Partei auch ein Netzwerk für UnternehmerInnen mit Migrationshintergrund notwendig.

Insbesondere Migranten sind mit Diskriminierungen und spezifischen Herausforderungen konfrontiert, die einer erfolgreichen Unternehmertätigkeit häufig erschwerend entgegenstehen. Nicht nur im Sinne der Chancengerechtigkeit und einer effizienten Nutzung vorhandener Potenziale, sondern auch im Sinne erweiterter Standortqualitäten und einer gelebten Willkommenskultur ist aus Sicht der BIG ein solches Netzwerk dringend erforderlich. Durch die Bildung eines Netzwerkes können der Austausch unter- und miteinander verbessert sowie eine gemeinsame Plattform ermöglicht werden, die die durch äußere Umstände geschwächten Kräfte bündelt und stärkt.

Die Verwaltung stand dem Antrag zur Einrichtung des „Netzwerk der kulturellen Vielfalt" von Beginn an ablehnend gegenüber: „Die Bonner Wirtschaftsförderung ist jedoch aufgrund der langjährigen Netzwerkarbeit mit Unternehmen der Auffassung, dass ein isoliertes Netzwerk für Existenzgründer/-innen und Unternehmer/-innen mit Migrationshintergrund eher einer effektiven Integration in die lokale und regionale Wirtschaft zuwiderlaufen kann. Die vorhandenen Netzwerke richten sich bewusst an Menschen jedweder Herkunft und Nationalität." Im Gegensatz zu den befürworteten Netzwerken für Frauen und UnternehmerInnen ab 40 sieht sich die Wirtschaftsförderung hier in der integrationspolitischen Pflicht, vor einer möglichen Parallelgesellschaft zu warnen.

„Ich habe ein anderes Verständnis von Integration bzw. Partizipation: Erst wenn wir den Migranten keine Plattformen bieten und sie im Widerstand gegen vorhandene Benachteiligungen auf sich alleine gestellt lassen, fördern wir Parallelstrukturen. Dass sich nur wenige der Migranten in den bisher bestehenden Netzwerken wohlfühlen und sie sich von diesen auch nicht angesprochen fühlen, wissen wir seit vielen Jahrzehnten." fasst es Haluk Yildiz, Vorsitzender der BIG, zusammen und fügt hinzu: „Netzwerke für verschiedene benachteiligte Personengruppen einzurichten, aber im Zusammenhang von Netzwerken für Migranten von „isolierten Netzwerken" und Parallelstrukturen zu sprechen, ist bereits eine Form von Diskriminierung."
In Münster wurde vom Dezernat Migration / Interkulturelle Angelegenheiten in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung ein gesondertes Netzwerk für UnternehmerInnen mit Migrationshintergrund eingerichtet. Diese Netzwerktreffen finden monatlich statt und werden von der Wirtschaftsförderung begleitet, die dem Netzwerk gegenüber positiv eingestellt ist: „Bisherige Berührungsängste zwischen Verwaltung und Migranten werden abgebaut und alle Seiten lernen sich besser kennen. Seit der Initiierung verzeichnen wir einen spürbaren Anstieg an Unternehmensgründungen von Migranten. Es bringt nichts darauf zu warten, dass sich Migranten an bestehenden Netzwerken beteiligen. Sie haben spezifische Bedürfnisse, denen auch spezifisch begegnet werden muss." so eine Mitarbeiterin der Wirtschaftsförderung Münster.

Der Antrag wurde im Bonner Integrationsrat mehrheitlich gegen die Stimmen der CDU angenommen, SPD, Grüne und LINKE enthielten sich bei der Abstimmung, die FDP war nicht anwesend. Aufgrund der fehlenden Beschlusskompetenz des Integrationsrates wurde der Antrag als Empfehlung an den Rat weitergeleitet. Im Stadtrat angekommen betonte der integrationspolitische Sprecher der FDP, Dr. Joachim Stamp, die Gefahr von Parallelstrukturen durch Netzwerke und wiederholte somit den Wortlaut der Stellungnahme. Auf den Hinweis von Haluk Yildiz (BIG), dass Netzwerke nicht mit zweierlei Maß gemessen werden sollten, wiederholte auch Frank Müller, integrationspolitischer Sprecher der Grünen, die Angst vor einer zunehmenden Parallelgesellschaft durch Migranten: „Durch solche Netzwerke fördern wir Separation". Auf die Anmerkung des Vorsitzenden der BIG, dass es bei der im Koalitionsvertrag von CDU und Grünen gemachten Zusage der „Besondere[n] Ansprache und Unterstützung von UnternehmerInnen mit Migrationshintergrund" doch nicht bei leeren Versprechungen bleiben dürfe, erwiderte Frank Müller (Grüne): „Wir tun bereits einiges für Migranten in Bonn." Was genau damit gemeint ist, bleibt sein Geheimnis. Bisher ist die schwarz-grüne Koalition nur durch ihre ablehnende Haltung gegenüber eingebrachten Anträgen aufgefallen, nicht aber durch eigene interkulturelle Initiativen.

Und wieder einmal wurde eine Vorlage des Integrationsrates von CDU/Grünen, SPD und FDP im Stadtrat abgelehnt: Scheinbar haben der Integrationsrat und große Teile des Stadtrates ein entgegengesetztes Verständnis von Integration. Der Antrag wurde im Stadtrat lediglich von zwei Stadtverordneten der Fraktion DIE LINKE unterstützt. Von den Parteien CDU, SPD, Grünen und FDP hingegen gab es keinen Unterstützer für ein Netzwerk von UnternehmerInnen mit Migrationshintergrund. Das interkulturelle Bewusstsein und Diversity Verständnis, das die Wirtschaftsförderung Münster an den Tag legt, scheint bei Teilen der Verwaltung und der Mehrheit der Bonner Politik leider noch nicht angekommen zu sein.

Der Vorsitzende Haluk Yildiz resümiert: „So eine Denke schadet der Innovationskraft unserer Stadt. Es ist sehr bedauerlich, wie viele Ängste spürbar werden, wenn es um Migranten geht. Und häufig sind die Diskussionen von der Forderung begleitet, sich an bereits Bestehendem zu beteiligen. Der Servicegedanke geht dabei verloren. Wir sind überzeugt von der Notwendigkeit eines Netzwerkes für UnternehmerInnen mit Migrationshintergrund und werden es auch gerne selbstständig aufbauen."

 


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