header-Bonn-links

header mach mit

header spenden

BIG Partei Bonn Pressemitteilung vom 29.01.2014

Migranten in Führungsposition:
Fraktionen bevorzugen Unverbindlichkeit

Die Interkulturelle Öffnung der Stadtverwaltung verläuft mühsam, eine strategische Ausrichtung ist nicht erkennbar. Vor allem in Führungspositionen sind so gut wie keine MigrantInnen vertreten (zum Bericht). Dabei könnte gerade die Stadtverwaltung als drittgrößter Arbeitgeber mit über 5.000 Beschäftigten ein Vorbild für die in Bonn ansässigen Organisationen sein. Die Stadtverwaltung trägt jedoch keineswegs die alleinige Verantwortung für den zaghaften Öffnungsprozess.

Eigentlich hatte der Stadtrat die Verwaltung schon vor einigen Jahren damit beauftragt, konkrete Zielsetzungen zur angestrebten kulturellen Vielfalt zu formulieren. Trotz mehrmaliger Rückfragen der BIG Partei ist seitdem jedoch nichts passiert, außer dass die Verwaltung immer wieder betont, dass sie den bereits beschlossenen Antrag als nicht sinnvoll erachtet.

Grundlage einer Interkulturellen Öffnung sind wie bei jeder Form des Managements klare Zielvorgaben. Auf diese Weise können Zielsetzungen transparent dargestellt und genutzte Instrumente auf deren Wirksamkeit hin überprüft werden. Die Mitglieder der BIG im Integrationsrat haben den Antrag daher erneut eingebracht, Zielmarken für den Anteil von MitarbeiterInnen mit Migrationshintergrund unter Führungskräften zu benennen (zum Antrag). Die Fraktionen von CDU, SPD und Grünen, die sich damals für den Antrag aussprachen, haben dieses Mal dagegen gestimmt. „Es ist wieder mal deutlich geworden, wie beliebig die Fraktionen mit solchen Themen umgehen. Erst stimmen sie dafür, und wenn es konkret wird, stimmen sie wieder dagegen. Sie verfolgen keine klare Linie. Was das Thema Integration betrifft, ist zwischen den Bonner Parteien von CDU, SPD, Grünen und der FDP absolut kein Unterschied zu erkennen." stellt Moussa Acharki (BIG) aus dem Integrationsrat fest.

Besonders verwunderlich ist die Ablehnung der Bonner Grünen, die in ihrer Broschüre „Bonn – Stadt der neuen Integrationschancen" für die Interkulturelle Öffnung der Stadtverwaltung genau das fordern, was sie mit dem BIG Antrag nun abgelehnt haben: „Wir erwarten von der Stadtverwaltung, dass sie Kennzahlen entwickelt, mit denen sie ihre eigenen diesbezüglichen Anstrengungen nachvollziehbar und überprüfbar macht." (zur Broschüre).

Schon 2005 berichtete die taz über grundlegende Defizite im Umgang mit der Internationalität in Bonn: „Was allerdings sowohl in der Studie wie in der kommunalen Politik Bonns bis heute fehlt, sind Respekt und Wertschätzung für die Internationalität, die sich schon heute in der Zusammensetzung der Stadtbevölkerung ausdrückt. (...) Und der Personalausschuss des Stadtrates diskutiert immer noch, ob in städtischen Stellenausschreibungen Bewerbungen von MigrantInnen endlich als "gern gesehen" bezeichnet werden sollen." (taz: „Bundesdorf bleibt Bundesdorf"; zum Artikel).

Vorsitzender der BIG im Bonner Stadtrat, Haluk Yildiz, fordert die Stadtpolitik zu einem interkulturellen Denken und Handeln auf: „Die Internationalität der Stadt ist nicht nur eine schöne Etikette, sondern auch eine Verpflichtung. Wir müssen die vorhandenen Potenziale als solche erkennen und nutzen, um unsere Stadt zukunftsfähig zu gestalten. Dazu gehört auch die Festlegung und Umsetzung von Verbindlichkeiten."

Pressemitteilung als PDF zum Download hier