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BIG Partei Bonn Pressemitteilung vom 05.12.2013

Muslimische Pflegeeltern sind nicht islamistisch!

Die Beantwortung einer Großen Anfrage der BIG zum Thema „Pflegeeltern: Bedeutung von Kultur und Religion bei der Vermittlung" verdeutlicht die Beliebigkeit des Begriffes „islamistisch" hinsichtlich seiner Verwendung (zur Anfrage).

Die Frage, über welche jeweiligen kulturellen und religiösen Wurzeln die Pflegekinder und –eltern verfügen, wurde tabellarisch beantwortet. Unterschieden wurde dabei in Pflegekinder und –eltern sowie in verschiedene Konfessionen: katholisch, evangelisch, islamistisch (zur Stellungnahme). Die Beantwortung verdeutlicht, dass nicht nur in den Medien der Begriff „islamistisch" häufig als Synonym für „islamisch" verwendet wird.

Leider erfolgt die Wortbildung hierzulande, wenn es um Islam oder Muslime geht, sehr unwissend bis unsensibel. Menschen, die der Religion des Islam angehören, werden als „Muslime" bezeichnet, folglich müsste die Rubrik weder als „islamisch" noch „islamistisch" benannt werden, sondern als „muslimisch". Problematisch ist die Wortbildung, die solche Fehler hervorruft: Obwohl Begriffe wie „Katholizismus" und „Protestantismus" wertfrei sind, wird mit der Verwendung des Begriffs „Islamismus" die Weltreligion „Islam" politisch instrumentalisiert. Durch die Ergänzung des Wortes „Islam" durch „-ismus" wird der Eindruck vermittelt, dass die Grenze zwischen Religion und dessen politischer Instrumentalisierung fließend und die Politisierung ein feststehender Bestandteil des Islam sei. Durch diese Art der falschen Begriffsverwendung werden sowohl die Weltreligion „Islam" als auch Muslime aufgrund ihrer religiösen Identität unter Generalverdacht gestellt, was wir als BIG Partei nicht nur in Bezug auf Muslime, sondern auch in Bezug auf Angehörige anderer Weltreligionen strikt ablehnen.

Die in der Stellungnahme vorliegende irrtümliche Verwendung des Begriffs wurde von keinem der Unterzeichner beanstandet: Weder vom Jugendamtsleiter, von der Sozialdezernentin, noch vom Oberbürgermeister. Um Fehler dieser Art zukünftig vermeiden zu können, sollten vor allem die Führungskräfte der Verwaltung interreligiös geschult und dazu angehalten werden, auf die Bezeichnung „Islamismus" zu verzichten. Die im Rat vertretenen Fraktionen, die bislang vehement auf der Verwendung des Begriffs beharren, sollten an dieser Stelle ihr Handeln noch einmal überdenken (zur PM). Dem in der Sitzung des Integrationsrates am 16.10.2013 geäußerten Wunsch der BIG Mitglieder, die Bezeichnung unverzüglich zu korrigieren, wurde in den letzten zwei Monaten noch nicht nachgekommen.