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BIG Partei Bonn Pressemitteilung vom 04.09.2013

Rote Bänke der Sparkasse: Zwischen Gemeinnützigkeit und Werbung

Eine Sitzgelegenheit in Reichweite lädt dazu ein, erst einmal durchzuatmen. Besonders an Bushaltestellen spielen Bänke für viele ältere Menschen eine wichtige Rolle und ermöglichen ihnen überhaupt erst die eigenständige Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Für ältere und körperlich beeinträchtigte Menschen wird durch zusätzliche Bänke ein wichtiger Beitrag zu einer barrierefreien Mobilität geleistet und die alltägliche Lebensqualität der Stadt Bonn erhöht, was natürlich auch für alle anderen BewohnerInnen und BesucherInnen Bonns gilt.

Im Juli 2011 wurde ein Sposoringvertrag zwischen der Sparkasse KölnBonn und den Stadtwerken Bonn (SWB) zur Aufstellung von 50 Sitzbänken geschlossen. Die von der Sparkasse spk-bankzur Verfügung gestellten Sitzgelegenheiten sind allseitig mit großen Werbelogos versehen und angesichts ihrer durchgängig sparkassenroten Farbe äußerst werbewirksam. „Die Bänke sind als Werbeanlagen zu betrachten. (...) Grundsätzlich wird die Aufstellung von Bänken begrüßt, hierbei sollten sich zusätzliche Elemente aber in den Gestaltungskanon der Möblierungselemente im öffentlichen Raum einfügen", so die Stellungnahme der Verwaltung. Die 2010 vom Rat beschlossene Gestaltungs- und Werbesatzung Bonner Innenstadt und deren Anforderung an Werbeanlagen wurde nicht berücksichtigt, wie die Verwaltung auf die BIG-Anfrage mitteilt. „Allerdings gilt seit dem 30.12.2010 die Gestaltungs- und Werbesatzung Bonner Innenstadt, die in ihrem Geltungsbereich Anforderungen an Werbeanlagen und an Straßenmobiliar stellt." (zur 1. Anfrage / Stellungnahme, zur 2. Anfrage / Stellungnahme).

Auch wenn das Engagement der Sparkasse vorbildlich ist, sich für das Wohl der BürgerInnen einzusetzen, sollten die von der Politik beschlossenen Gestaltungsvorgaben eingehalten und baukulturelle Gestaltungsaspekte von allen Organisationen gleichermaßen berücksichtigt werden. Begrenzte städtische Eigenmittel dürfen nicht dazu führen, dass die Attraktivität der Stadt durch Sponsoringverträge und eine damit einhergehende Kommerzialisierung des öffentlichen Raumes aufs Spiel gesetzt wird. Die Stadt darf sich nicht schrittweise aus der Verantwortung ziehen und den weiteren Ausbau der Barrierefreiheit vom Wohlwollen möglicher Sponsoren abhängig machen, sondern muss diesen vielmehr als Grundlage einer zukunftsfähigen Stadt verstehen.

Daher fordert Haluk Yildiz, Vorsitzender der BIG im Bonner Stadtrat: „Bei schlechter Witterung können die aktuellen Bänke der Sparkasse nicht genutzt werden, da das Wasser auf den Sitzflächen nicht abfließen kann. Nun ist es wichtig, dass die gesponserten Bänke nicht nur optisch, sondern auch funktional nachgebessert werden. Die Verwaltung hat bereits mitgeteilt, dass weitere fünfzig Sitzbänke für Bushaltestellen benötigt werden, und sollte die bislang erfolglose Suche jetzt nach weiteren Sponsoren intensiv fortsetzen sowie Gespräche mit der Sparkasse führen, ob sie sich auch an der Anschaffung neuer werbefreier Sitzbänke beteiligen würde. Wenn nicht, muss sich die Politik in der Verantwortung sehen, die benötigten Gelder für weitere Sitzgelegenheiten bereitzustellen, um die Attraktivität und Barrierefreiheit der Stadt langfristig zu sichern."